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Referendum gegen Ölbohrungen in der Adria?

Vilijam Zufic am 18.01.15 - Zuletzt aktualisiert am 04.02.2019 um 03:30 Uhr

So soll's bleiben. Foto: Enio Pašalić
So soll’s bleiben. Foto: Enio Pašalić

Ende Dezember 2014 vergab die kroatische Regierung Lizenzen zur Erkundung von Öl- und Gasvorkommen in der Adria an ein Konsortium des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV und des amerikanischen Marathon Oil, die kroatisch-ungarische INA, die ungarische MOL und ein Konsortium der italienischen ENI und der Londoner Medoilgas.

Die Lizenzen zur Forschung an den Feldern wurden vor der Fertigstellung einer Studie zum Einfluss der Bohrungen und anderer verbundener Maßnahmen auf die Umwelt vergeben, da es die Regierung eilig hat einige „positive“ Akzente vor den Parlamentswahlen (Ende 2015) in Kroatien zu setzen und zu beweisen es gehe voran, sowie das beträchtliche Investitionen in Vorbereitung sind. Die Umweltstudie wurde am Freitag, den 16. Januar vorgestellt, und wird nun einen Monat lang öffentlich diskutiert werden. Zur selben Zeit bereitet man in Zagreb auch die Lizenzverträge vor, weil diese im April unterzeichnet werden müssen. Die Felder an denen Interesse besteht befinden sich alle weit südlich von den Küsten Istriens.

Eine Norwegische Gasplatform. Foto: Wikipedia
Eine Norwegische Gasplatform. Foto: Wikipedia

Dieses überhastete Vorgehen der Regierung treibt die kroatischen Umweltschützer und viele Bürger auf die Palme. Vjeran Piršić vom Verein Eko-Kvarner zieht so bereits ein Referendum nach Beendigung der öffentlichen Diskussion um die Studie in Betracht. Er argumentiert, neben der offensichtlichen Gefahr für das sensible Meeresgebiet, auch mit wirtschaftlichen Folgen. Die Nutzung der eventuellen Öl- und Gasvorkommen in der Adria sei gering im Verhältnis zum Nutzen eines erfolgreichen und nachhaltigen Tourismus. Der Tourismus bringt Kroatien jährlich rund 7,5 Milliarden Euro. Die Erkundung von Öl- und Gasvorkommen würde eine Investition von rund einer halben Milliarde Euro innerhalb von fünf Jahren bedeuten, einen riesigen Teil der Einnahmen vom Tourismus aber gefährden und natürlich auch dem Image schaden.

Vjeran Piršić (links) und Valter Flego bei der unterzeichnung des Grünen Plans für Istrien.
Vjeran Piršić (links) und Valter Flego bei der unterzeichnung des Grünen Plans für Istrien.
Auch international gibt es bereits Reaktionen. So warnt die deutsche Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) vor der Gefahr einer massiven Ölpest in der kroatischen Adria. Eine aus besorgten Bürgern gebildete Allianz, die Clean Adriatic Sea Alliance (CASA), hat eine an verschiedene Minister in Kroatien sowie an Jean-Claude Juncker und Martin Schulz gerichtete Online-Petition gegen die Öl- und Gasförderung gestartet.