Regionen und Orte – Pula und Medulin

Vilijam Zufic am 07.02.15 - Zuletzt aktualisiert am 04.02.2019 um 03:30 Uhr

Das Aphitheater in Pula - eines der Wahrzeichen kroatiens. Foto: Pula.hr
Das Aphitheater in Pula – eines der Wahrzeichen kroatiens. Foto: Pula.hr

Zur südlichsten touristischen Region der Halbinsel Istrien zählen neben Pula und Medulin auch die Orte Vodnjan, Fažana, Ližnjan, Barban, Marčana und der Nationalpark Brijuni. Obwohl Pula die größte und bedeutendste Stadt der Halbinsel ist, ist sie formell ist nicht die Hauptstadt Istriens, sie ist aber das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum.

Die turbulente Geschichte der Stadt die zuzeiten von Histriern, Römern, Venezianern (1331-1797), Napoleon (1805-1813) und der k.uk. Monarchie (1798-1805 und 1813-1918) regiert wurde ist in der Stadt allvorhanden. Das Wahrzeichen der Pulas ist das sehr gut erhaltene römische Amphitheater welches seinem ursprünglichen Zweck, der Unterhaltung und Ablenkung des Volkes, noch immer dient. Beim Spaziergang durch die Stadt gibt es noch einige weitere imposante Gebäude, Tempel, Tore sowie den Triumphbogen auf dem Portarata Platz aus der Zeit Roms zu sehen. Auf dem Forum kann man sich auch gut das Leben in dieser Epoche vorstellen. Wer aufmerksam schaut, wird hier und dort auch den einen oder anderen venezianischen Löwen an Kirchen und anderen Gebäuden in der Stadt entdecken.

Pulas Rathaus auf dem Forum neben dem Augustustempel. Foto: InIstrien.hr, Autor: Enio Pašalić
Pulas Rathaus auf dem Forum neben dem Augustustempel. Foto: InIstrien.hr, Autor: Enio Pašalić

Nach Spuren der k.u.k. Monarchie bracht man nicht zu suchen, es gibt sie überall und die alten Puležani/Puležanke (wie die Einwohner Pulas sich selbst nennen) sagen immer noch das alles solide Gebaute in der Stadt von den Österreichern geblieben ist. Von Villen, Kasernen, dem Arsenal, der “Uljanik” Werft (dessen Grundstein von Kaiserin Sissy gelegt wurde), der Markthalle bis hin zu den meisten Festungen um die Stadt, alles stammt aus der Zeit als Pula Kriegshafen der k.u.k. Marine war.

10 Kilometer nördlich von Pula befindet sich Vodnjan. Neben der Architektur mit Bauten aus Gotik, Renaissance und Barock einem Kastell aus dem Jahr 1300 und einer Vielzahl kleiner Kirchen und Kapellen, befindet sich in Vodnjan auch die zweitgrößte Reliquiensammlung Europas, zu denen auch die Mumien von Vodnjan gehören. Die Stadt war eine lange Zeit hindurch ein bedeutender Handelsort, mit der längsten Handels- und Handwerkerstraße Istriens. Der einzige verbliebene Teil dieser Tradition ist ein jeden ersten Samstag im Monat stattfindender Markt, auf dem Kleinbauern, Handwerker und andere Leute aus der Region sich nicht nur zum Handel Treffen. Vodnjan und Umgebung haben auch eine landwirtschaftliche Tradition und Bedeutung, die wieder auflebt. Olivenhaine und der Weinanbau zahlen sich wieder aus und sorgen dafuer, dass es mit Vodnjan wieder aufwärts geht. Ein weiteres Wahrzeichen der Umgebung sind die Kažuni und Steinmauern, die auch teilweise erneuert werden.

Der Hauptplatz in Vodnjan. Foto: Suzi Maljić
Der Hauptplatz in Vodnjan. Foto: Suzi Maljić

Ein weiterer interessanter Ort im Süden der Halbinsel, mit dem es auch wieder aufwärts geht, ist die Gemeinde Fažana. Die Geschichte des gegenüber dem Nationalpark Brijuni (bekannter als Brioni) gelegenen Fischerortes reicht in die Römerzeit zurück. In Fažana wurden Amphoren hergestellt in die istrisches Olivenöl gefüllt wurde, und die vom Hafen des Ortes ans gegenüberliegende Adriaufer und von dort nach Rom geschafft wurden. In den Siebzigern und Achtzigern befanden sich im Ortszentrum eine Glasfabrik und eine große Anlage in der nichtalkoholische Getränke abgefüllt wurden. Letztes Jahr wurden die Gebäude abgerissen, nachdem sie jahrzehntelang verfielen, um Platz für eine Ferienanlage zu machen. Die Promenade ist im Sommer sehr lebhaft und charmant und man kann von Fažana aus kilometerweit am Ufer Spazieren, Laufen und Radfahren.
Fažana bei Dämmerung
Fažana bei Dämmerung. Foto: fazana.hr

Medulin war einst auch ein Fischerdorf, hat sich aber mittlerweile zu einem der bekanntesten Tourismusorte an der Adria entwickelt. Der kilometerlange Sandstrand von Medulin, Bijeca, und das Unterhaltungsangebot ziehen viele Familien mit kleinen Kindern an. Zur Gemeinde Medulin zählen auch die Orte Premantura, Pomer, Banjole und Vinkuran. Die benachbarte Gemeinde Ližnjan, profitiert auch vom Angebot Medulins.
Medulin, Foto: Medulinriviera.info
Medulin, Foto: Medulinriviera.info

Barban liegt zwischen Pula und Labin und ist vor allem für die jährliche „Trka na Prstenac“ (Ringstechen zu Pferd) bekannt. In den drei Tagen Mitte August ist Barban das Zentrum der Halbinsel.
Trka na prstenac in Barban. Foto: Istra.hr
Trka na prstenac in Barban. Foto: Istra.hr

Das touristische Angebot der Region Pula-Medulin wird von der in Pula ansässigen Arenaturist AG dominiert. Zur Arenaturist gehören, neben anderen Hotels, die Park Plaza Hotels Histria, Medulin und Belvedere, Ferienanlagen in Pula und Medulin und die Camps Stoja, Kažela, Medulin und weitere. Neben den Hotels und Camps von Arenaturist, ist auch das Bi Village Camp bei Fažana nennenswert. Wie im restlichen Istrien, und ganz Kroatien, stellen Ferienwohnungen und Ferienhäuser den Großteil der touristischen Kapazitäten dar.